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Warum Ecodesign alles andere als grüne Spinnerei ist

Ecodesign

Wenn ich an Ecodesign denke, muss ich automatisch an meine Oma Ilse denken. Sie hatte ein einfaches Leben, war damit aber überaus zufrieden, lachte viel. Was sie unter anderem auszeichnete, war, dass sie das, was sie hatte, pflegte und sorgsam damit umging. Sie war Schneidermeisterin und sorgte immer sehr aufmerksam dafür, dass sie nichts verschwendete. Das hat mich sehr geprägt.

Und ich muss heute oft daran denken, wenn ich die pure Verschwendung sehe, die mir immer wieder an allen Ecken und Enden bewusst wird. Ein Beispiel: Es gibt Statistiken, denen zufolge jedes fünfte Kleidungsstück in Deutschland gekauft – und dann nie getragen wird. Stattdessen landet es irgendwann im Altkleidercontainer oder in der schwarzen Tonne. Wenn man sich dann vor Augen führt, dass für ein Kleidungsstück viele hundert Liter Wasser verbaucht werden, dass in uns so fernen Ländern viele Handgriffe notwendig sind, um die Baumwolle zu ernten, sie zu spinnen, zu verweben, die Stoffbahnen zu vernähen und dann ein Shirt nach Deutschland zu transportieren – dann habe ich da so meine Probleme mit.

Die Antwort ist mehr Bewusstsein.

Die alleinige Antwort darauf kann garantiert nicht sein, nur mit staatlichen Mitteln Zuteilungen zu erzwingen. Die Antwort darauf ist mehr Bewusstsein. Wenn wir uns die Kreisläufe bewusst machen und ebenfalls die Auswirkungen unseres Handelns, dann ist der erste wichtige Schritt getan. Leider hapert es daran immer noch. Nicht falsch verstehen: Es geht hier nicht um grüne Träumerei. Es geht um knallharte Fakten. Und darum, dass wir unsere Umwelt (nicht nur Tiere, Pflanzen, auch und vor allem die Menschen) wieder mehr zu schätzen wissen.

Dabei sei gesagt: Dass wir 5+ Erden bräuchten, um alle Menschen zu ernähren – ob’s stimmt, wer weiß das schon so genau. Aber wir können vor Ort, jeder von uns unseren Beitrag leisten.

Ecodesign denkt nicht in einem einzelnen Kapitel, sondern bezieht den kompletten Lebenszyklus eines Produktes mit ein. Von der Produktion über die Transporte, Veredelung, Nutzung bis zur Entsorgung bzw. Wiederverwendung. Das gefällt mir, weil es den Blick weiter macht. Hier kommen mir die vielen Billig-Shirts in den Sinn, seien sie nun als Fertigware für die großen Kaufhausketten oder als veredelte Variante von einem Textildrucker entstanden. Wer hier Wert auf Qualität legt, der tut automatisch etwas für die Nachhaltigkeit.

Ja, die Shirts sind teurer in der Anschaffung. Aber über den gesamten Lebenszyklus? Mitnichten!

Bei einer Fortbildung habe ich im Oktober 2020 folgendes gelernt: Unter den Gesichtspunkten von EcoDesign sind Luxusgüter der richtige Weg. Denn sie werden über Generationen weitergegeben, repariert und pfleglich behandelt. Das sollten wir auf andere Aspekte unseres Lebens übertragen. Und wenn hier das Wort “Luxus” fällt, dann geht es beim Beispiel bedruckte Firmentextilien um einige Euro Unterschied. Dass dafür im Einkauf weniger Nerven und Zeit aufgebracht werden müssen, dass die Mitarbeiter mit höherer Qualität auch eine bessere Wertschätzung bekommen, dass das Auftreten der Firma nach aussen und innen besser wird, ist dafür ein ziemlicher Mehrwert.

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