Fünf Gründe, warum Sie mit mehr Einfachheit erfolgreicher werden

Blog Schmidts Teks Einfachheit

Acht Striche, mehr braucht es nicht, um ein Haus zu malen. Das vom Nikolaus wohlgemerkt. Wenn man es einmal gelernt hat, kann man es immer wieder aufzeichnen. Einfach, oder? Goethe wird folgendes Zitat zugeschrieben: “Werther Freund, entschuldige bitte den langen Brief. Ich hatte keine Zeit, einen kurzen zu schreiben.” Frei zitiert. Seit ich diesen Ausspruch das erste Mal gelesen habe, lässt mich dieser nicht mehr los. Warum?

Ich denke, hier liegt ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg; ganz allgemein gesprochen, aber vor allem auch im B2B-Bereich. Seit 2011 bin ich inzwischen selbständig und ich habe es leider viel zu selten erlebt, dass Prozesse mit Kunden oder Lieferanten reibungslos gelaufen sind. Überall gibt es immer wieder Reibungsverluste. Dann ist dies nicht klar, dann hat man jenes vergessen, zu klären etc. Das nagt an den Nerven und raubt einem – viel wichtiger – Zeit. Zeit, sich auf den eigentlichen Kern der eigenen Arbeit zu konzentrieren. Zeit, die eigenen Kunden glücklich zu machen. Und auch Zeit, um diese am Ende des Tages mit der Familie und Freunden zu verbringen.

Um diese in meinen Augen so wichtige Eigenschaft “Einfach” zu erreichen, ist einiges an Vorarbeit notwendig. Wir bei TEKS haben beispielsweise sehr viel Gerhinschmalz in unsere Glorreichen Sieben – unseren Geschäftsablauf mit Kunden – fließen lassen. Wir haben damit einen Standard etabliert, der das Wesentliche – den Wert für den Kunden – im Blick behält. Und der am Ende dafür sorgt, dass keine Zeit verplempert wird. Er ist so einfach wie möglich gehalten, standardisiert quasi. Wir sind trotzdem flexibel genug, auf die Wünsche unserer Lieblingskunden einzugehen.

Welche Vorteile hat Einfachheit?

1.) Sie sorgt für Übersicht

Nicht zu wissen, woran man ist, mag das Gehirn nicht. Es ist ständig, auch unterbewusst, am arbeiten und versucht, den Sachverhalt zu klären. Das ist schlecht, weil dies Energie und Aufmerksamkeit absaugt. Wenn etwas einfach zu durchschauen, zu überblicken und zu erfassen ist, sieht die Lage gänzlich anders aus. Aus Verwirrtheit wird Klarheit, aus Chaos Ordnung.

2.) Sie gibt Sicherheit

“Läuft das jetzt so ab, wie wir es besprochen haben? Was haben wir überhaupt besprochen?” Wenn solche Gedanken aufkommen, bürgt das nicht gerade für eine profesionelle Zusammenarbeit. Und doch passiert es immer wieder. Sobald aber Übersicht über den Prozess gegeben ist, folgt automatisch die Sicherheit. Nach dem Motto: “Ok, das läuft, darüber muss ich mir erstmal keine Gedanken mehr machen.” Sicherheit ist einer der wichtigsten Werte der Menschheit, ohne Sicherheit sind keine wirklichen Entwicklungssprünge möglich.

3.) Sie sorgt für eine Begegnung auf Augenhöhe

Siebdruck-Direktdruck mit Plastisolfarben, 2-farbig nach Pantone Solid Coated

Druck 4/4-farbig nach Euroskala

Fachchinesisch

Wer seine Prozesse vereinfacht, der kann auch seine Kommunikation vereinfachen. Fachchinesisch verwenden wir oftmals ohne darüber nachzudenken, dass der andere von Fachtermini ja keinen blassen Schimmer hat. Muss er auch nicht. Also weg damit. Ersatzlos streichen und die Sprache des Gegenübers sprechen. Auch das erfordert wieder sehr viel Vorarbeit.

Wenn das Ego zurücktritt, kommt der Kundennutzen nach vorne.

Fiel mir gerade so ein

Aber wenn wir ehrlich sind, ist es doch so: Wir verstecken uns als Anbieter hinter unserem Fachvokabular. Das ging mir vor allem am Anfang so, als ich selbst noch keine richtige Ahnung von der Materie hatte. Also sprach ich beispielsweise von Bildern im TIF-Format mit 300 DPI Pixeldichte in unkomprimierter Speicherung. Statt zu sagen: Ja, wenn ich Euch diese Bilder gebe, dann könnt Ihr damit eine Leinwand über Eurem Sofa bedrucken lassen. Wenn das Ego zurücktritt, kommt der Kundennutzen nach vorne.

4.) Sie macht die eigenen Herausforderungen klarer

Wenn ich Einfachheit erreichen will, muss ich tief ans Eingemachte gehen. Und ehrlich zu mir selbst sein. Wo stecken bei uns im Unternehmen eigentlich Abläufe, die so nicht sein müssen, die sich eingeschlichen und dann in die DNA eingebrannt haben. Das ist das Tolle an dem Thema: Dadurch, dass wir für den Kunden oder das Gegenüber ein System erarbeiten, werden wir uns unserer selbst bewusster. Wofür stehen wir, was wollen wir erreichen?

Klar, das macht im ersten Schritt sehr viel Arbeit. Und deswegen machen sich viele Unternehmen gar nicht erst die Mühe, sich des Themas anzunehmen. Läuft doch! Übrigens betrifft das meiner Erfahrung nach ebenso kleine Klitschen nebenan wie auch große Weltkonzerne. Vielleicht sind auch hier wieder die mittelgroßen Betriebe die, die eine gute Balance hinbekommen.

Ich hatte einmal eine Anfrage eines Weltkonzerns für eine Mitarbeiterzeitung. An sich wäre das ein tolles Projekt gewesen, für das ich ab dem ersten Moment brannte. Allerdings waren die simpelsten Sachen wie die Abläufe, die Anforderungen, die zeitlichen Rahmenbedingungen überhaupt nicht klar. Auch nicht nach dem dritten Treffen. Einer meiner schönsten Momente war der, als ich im Büro der zuständigen Mitarbeiterin saß und klären wollte, welche Farbe im Druck denn nun die richtige sei. Ich schaute mich mal im Büro um und sah alle möglichen Varianten der Grundfarbe. Nicht, weil das gewollt war. Sondern weil niemand es besser wusste. Hier traf also ein komplizierter Abstimmungsprozess auf Ahnungslosigkeit und Unbelehrbarkeit.

“Das ist alles unsere Farbe”, raunte mir die Mitarbeiterin entgegen. Dazu muss man wissen, dass es ganze Abteilungen in diesem Konzern gibt, die nichts anderes machen, als das Design und die Farbwirkung festzulegen. Am Ende habe ich entschieden, dass dies eine wertvolle Erfahrung war. Mit dem Projekt haben sich dann andere rumgeschlagen… Hier hätten eine einfache Kommunikation und ein einfacher klarer Ablauf allen viel Zeit und Energie erspart. Aber es hat eben auch gezeigt, wie ineffizient manche Strukturen sein können. Das fällt dann aber einer gewissen Größe nicht mehr auf, weil man in der Menge abtauchen kann.

5.) Sie macht das Leben besser

Mein allererstes Handy war eins von Bosch, das GSM 909 (unglaublich, dass ich die Bezeichnung auch 22 Jahre später noch im Kopf habe!). MediaMarkt, 149 Mark, D1-Netz. Nummer und Klingelton habe ich heute noch. Als Schwachstelle erwies sich leider die Antenne, die wie damals üblich, weit aus dem Gehäuse rauslugte. Es half nichts, ich musste das Handy irgendwann nach dem x-ten Klebeversuch ersetzen. Also kam ein Sony Ericsson ins Haus. Und ich war entsetzt. Wie kompliziert war denn bitte diese Bedienung, wie verschachtelt, wie unlogisch? Ich behaupte: In die Entwicklung des Bosch ist einiges mehr an Arbeitszeit geflossen als beim Nachfolger. Oder die Arbeitszeit, die die Boschianer investiert hatten, war einfach cleverer angesetzt.

Ständig musste ich irgendwas einstellen, nachjustieren, suchen. Es klappte hinten und vorne nicht. Mein Leben wurde ein Stück weit schlechter. Die Schlichtheit und Einfachheit – also die klare Struktur und das reduzierte Design des Bosch – hatten mein Leben besser gemacht. Ich musste dann irgendwas um die 10 Jahre warten, bis das iPhone ein würdiger Nachfolger wurde.

Eine unüberlegte zerklüftete Struktur ist schnell zusammengezimmert. Einfachheit bedarf der Meisterschaft!

Eine unüberlegte zerklüftete Struktur ist schnell zusammengezimmert. Einfachheit bedarf der Meisterschaft!

Fiel mir ebenfalls gerade so ein
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